Release v0.15.0: Energy Sharing Bridge für Verteilnetzbetreiber (§42c EnWG)
Mit dem neuen Energy-Sharing Microservice liefert Cernion eine deterministische Validierungs-Pipeline für Stadtwerke, um den gesetzlichen Anspruch ab 01.06.2026 rechtssicher als Interimsprozess abzubilden.
Zum 01.06.2026 tritt der gesetzliche Anspruch auf Energy Sharing (§42c EnWG) in Kraft. Da die zentrale IT-Plattform nach §20b EnWG voraussichtlich nicht fristgerecht zur Verfügung stehen wird, stehen Verteilnetzbetreiber (VNBs) vor der Herausforderung, eigene Interimsprozesse aufzubauen.
Mit dem heutigen Release v0.15.0 stellen wir die Cernion Energy Sharing Bridge vor – einen dedizierten, deterministischen Microservice, der genau diese Lücke als Agentic MDM schließt.
Die 6-stufige Validierungs-Pipeline
Anstatt manuelle Klärfälle im EDM-System zu erzeugen, schaltet sich Cernion als intelligenter Middleware-Layer zwischen das Kundenportal und das Kernsystem. Die Pipeline arbeitet zu 100% deterministisch (ohne LLM-Beteiligung bei der Entscheidungsfindung):
- Identifikation: Automatische Erkennung und Zuordnung des zuständigen Verteilnetzbetreibers.
- Erzeugungsanlagen (MaStR-Sync): Abgleich der gemeldeten Anlagen mit dem Marktstammdatenregister (Netzgebiet, Status, Leistung, etc.).
- Direktvermarkter-Prüfung: Verifizierung der gesetzlichen Direktvermarktungspflicht (gem. §21 Abs. 2 EEG) und Fernsteuerbarkeit über den
cernion_direktvermarkter_lookup. - Eligibility-Check: Mathematische und logische Prüfung der Aufteilungsschlüssel (Summe der Anteile = 100%), Erkennung von MaLo-Duplikaten und Abgleich der Leistungsgrenzen.
- Deterministische Entscheidung: Eine strikte Regel-Engine generiert anhand von 28 branchenspezifischen Statuscodes einen eindeutigen Freigabe- oder Ablehnungsstatus.
- Audit-Trail: Revisionssichere PouchDB-Snapshots dokumentieren jede Entscheidung transparent und compliance-konform (EU AI Act Art. 12).
Zwei-Ebenen-Nutzen für das EDM
Dieser Service übersetzt die abstrakt gemeldete Community unmittelbar in konkrete, validierte Stammdaten (Anlagen, Marktlokationen, Direktvermarkter). Das schafft die Voraussetzung für die korrekte, viertelstundenscharfe Allokation der Verlaufsdaten für das EDM. Über die neuen REST-Endpoints (/api/energy-sharing/validate) lässt sich dieser Interims-Prozess nahtlos in bestehende Hausanschlussportale integrieren.